„Ball im Savoy“ ist eine Operette in einem Vorspiel und drei Akten von Paul Abraham. Das Libretto stammt von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda. Das Theater Lübeck wird in der Spielzeit 2018/2019 „Ball im Savoy“ erstmals aufführen. Stargast Angelika Milster wird an den folgenden Spieltagen: 01.09.2018, 15.09.2018, 09.11.2018, 31.12.2018, 13.03.2019 und 06.04.2019 die Rolle der Tangolita, einer argentinischen Tänzerin übernehmen.

»Es gibt doch hunderttausend Schampusflaschen und soviel schöne Frau’n. Man muss doch wissen, wie die andern küssen, um der eig’nen zu trau’n.«

Die Operette „Ball im Savoy“ gehört zu den großen Berliner Revueoperetten der sogenannten „Silbernen Operettenära“. Der Schritt zum Musical ist nicht mehr weit, denn musikalisch bietet Paul Abraham alles auf, was in der Vergnügungshauptstadt Berlin in den 1930er Jahren angesagt war: Jazz und Blues, Tango, Fox und Paso Doble ebenso wie ohrwurmverdächtige Schlager und imposante Shownummern.

Gerade aus den Flitterwochen zurück und schon hängt der Haussegen schief! Die junge Gattin glaubt, ihr Mann betrügt sie und legt sich mächtig ins Zeug, um dessen Eifersucht zu wecken. Schon ist die größte Konfusion im Gange – und das Verwirrspiel um Liebe, Täuschung und Seitensprünge nimmt seinen turbulenten Lauf. Die Hauptakteure sind neben dem jungvermählten Paar Aristide (Philippe Hall) und Madeleine de Faublas (Emma McNairy) eine argentinische Tänzerin namens Tangolita (Angelika Milster und Wioletta Hebrowska), Mustafa Bei (Steffen Kubach), türkischer Gesandter und Aristides bester Freund, sowie der mysteriöse Jazzkomponist José Pasodoble, der in Wahrheit Daisy Darlington (Sara Wortmann) heißt und Madeleines Cousine ist. Schauplatz der Handlung ist Aristides luxuriöse Villa in Nizza und natürlich der prächtige Ballsaal im Savoy, wo sich die feierwütige, champagnerlaunige High Society allabendlich zusammenfindet.

Getanzt wird natürlich auch, dafür lieferte der Komponist Paul Abraham eine Reihe an fetzigen Musiknummern, die alles vereinen, was in der Vergnügungshauptstadt Berlin in den 20er Jahren und Anfang der 30er Jahre angesagt war: Jazz und Blues, Tango, Fox, Paso Doble und sogar ein neuer, verrückter Modetanz namens „Känguru“. Die Revueoperette „Ball im Savoy“ erlebte 1932 in Berlin ihre umjubelte Uraufführung. Das ausgelassene Lebensgefühl, der bissige Humor und die prickelnde Erotik kamen an – trotz oder gerade wegen der politischen Endzeitstimmung kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Paul Abraham, ungarischer Komponist jüdischer Abstammung, hatte zuvor mit „Viktoria und ihr Husar“ und „Blume von Hawaii“ zwei Welterfolge gelandet, „Ball im Savoy“ sollte jedoch sein letzter großer Triumph sein. Er emigrierte in die USA, und seine Werke verschwanden für viele Jahre von den Spielplänen.

Bild: Kerstin Schomburg, Theater Lübeck

Tickets für „Ball im Savoy“ gibt es hier!